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Schlechte Auskunft
Retrozessionen

Retrozessionen

Retrozessionen sind Provisionen, die Vermögensverwalter von Banken erhalten, die für die Kunden die Konten und Depots führen. Die Bank gibt einen Teil ihrer Erträge an den Vermögensverwalter als "Akquisitionsprämie" oder "Finder's Fee" (für das Zuführen neuer Kunden) weiter.

Nach einem Entscheid des Bundesgerichts (BGE 132 III 460) müssen Vermögensverwalter ihre Retrozessionen grundsätzlich ihren Kunden weitergeben.

Das Bundesgericht entschied, dass der Kunde zwar auf den Erhalt der Retrozessionen verzichten könne. Indessen sei ein Verzicht auf die Ablieferung nicht branchenüblich. Ohne ausdrückliche Verzichtserklärung auf Rechenschaftsablegung und Ablieferung dürfe nicht auf die Weitergabe von Retrozessionen und Finder's Fees an den Auftraggeber verzichtet werden. Aus dem blossen Stillschweigen des Auftraggebers dürfe nicht auf einen solchen Verzicht geschlossen werden.

Das Bundesgericht verwies zudem auf die Standesregeln des Verbands Schweizerischer Vermögensverwalter (VSV). Sie verlangen, dass der Vermögensverwalter gegenüber dem Kunden sämtliche derartigen Leistungen offen legt und im Vertrag mit dem Kunden festhält, wem die Rückvergütungen zukommen sollen.

Beim VSV wurde dies mit Genugtuung festgestellt und zudem begrüsst, dass in der Frage der Retrozessionen nun eine höchstrichterliche Rechtsprechung vorliege. Der Verband hat seine Mitglieder inzwischen in einer internen Mitteilung auf das Urteil aufmerksam gemacht.

     

Roger Groner, Dr. iur., LL.M., Rechtsanwalt

www.gronerlaw.ch